Neue Hilfsmittelrichtlinie am 01.04.2012 in Kraft getreten

Am 1. April 2012 ist eine neue Fassung der Hilfsmittelrichtlinie in Kraft getreten.
Der Abschnitt Hörhilfen dieser Hilfsmittelrichtlinie wurde nun überarbeitet und modernisiert.

Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die FM-Übertragungsanlagen.
Neu ist, dass Übertragungsanlagen zusätzlich zu einer erfolgten Hörhilfenversorgung oder Cochlea Implant (CI)-Versorgung verordnungsfähig sind bei der Befriedigung von Grundbedürfnissen. Das gilt nun über die Anwendung im schulischen Bereich hinaus auch für Erwachsene. Dabei soll – soweit möglich – ein Sprachverstehen auch bei Umgebungsgeräuschen und in größeren Personengruppen erreicht werden.
Damit auch für Übertragungsanlagen als Hilfsmittel ein Leistungsanspruch gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung geltend gemacht werden kann, muss die Verbesserung des Sprachverstehens in einem Lebensbereich notwendig sein, der zu den allgemeinen Grundbedürfnissen des täglichen Lebens zählt.

Was ist damit gemeint?
Bei Kindern mit einer nachgewiesenen Hörbeeinträchtigung meint man hiermit die Förderung von Sprachentwicklung und verbessertem Sprachverstehen und vor allem die Möglichkeit zur Teilnahme am Unterricht in einer Regelschule.

Bei Erwachsenen fördert man damit u.a. auf die Fähigkeit, sich die für eine selbständige Lebens- und Haushaltsführung notwendigen Informationen selbsttätig beschaffen zu können. Auch die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gehört zu den allgemeinen Grundbedürfnissen.

Das bedeutet, dass der HNO-Arzt nun auch für Erwachsene Übertragungsanlagen verschreiben kann, nachdem diese explizit in der neuen Hilfsmittelrichtlinie aufgeführt sind.

Weiterführende Informationen unter:
http://www.schwerhoerigen-netz.de/MAIN/ratg.asp?inhalt=HOERGERAETE/HILFSMITTEL/hilfsmittel-rl